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Sonntag, 4. April 2021

Wer wälzet uns den Stein…

Oster-Wahrnehmung

Ein Freund hatte das Bedürfnis, der letztjährigen Oster-Botschaft von Bill Gates in diesem Jahr etwas entgegenzusetzen, indem er uns seine Tagebuchnotiz zusandte:

Ostersonntag, 4. April 2021, morgens

Grau wie das Wetter platzierst du dich am Ostermorgen mit Kaffee auf dem Sofa, wie tausendmal und zuvielmal an solchen Tagen; „zuviel“: denn es lässt sich die leise grummelnde Frage nicht verleugnen: woher soll noch Änderung kommen; und du hast dir die Morgennachrichten nicht verkniffen. Aber Verkneifen oder nicht dürfte letztlich auch egal sein.

Und in den Nachrichten wälzen sie, gut platziert in die Ostertage, ihre immerdieselben, schweren Konfusitäten und Lügen. Ach, was wälzt da durchs Land, denkst du, und dass es weiterwälzen wird, und ob es dich plattmachen wird, und wie du dich „wehren“ kannst.

Klänge, oder besser schlichte Themen von Schütz kommen dir ins Ohr, „Wer wälzet uns den Stein…“; nein du musst noch weiterzitieren: „Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Tür?“

Und mit einmal ist die Oster-„Botschaft“, die Oster-Wahrnehmung massiv da:

Der Stein ist schon weggewälzt.

Ihr seid alle Zuschauer beim Heilsgeschehen.

Und dann müssen sie Ihn (den Heiltragenden) anderswo suchen, denn das Grab ist ja leer, hier ist er nicht, oder wie geht die Geschichte weiter?, vermutlich stimmt wundersam jedes Wort.

Dass der Mann ausgerechnet „Schütz“ heißt: ja, soetwas schützt dich.

Unter keinen Umständen hängst du dein Inneres, deine Seele, an solchen gewälzten Stein; der liegt da jetzt einfach rum; während du vielleicht „aufbrichst“…

Gemeint ist übrigens die Auferstehungshistoria (SWV 50) von Heinrich Schütz.


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